Wie funktioniert das Fechten?

Falls Sie nicht selbst fechten, aber interessiert sind und mehr über diesen Sport wissen möchten, sollten Sie diese Einführung ins Fechten und dessen Regeln lesen:

 

"Fechten ? - Wie funktioniert denn das ?"

Das Sportfechten ist eine Kombination aus Bewegungen und Zusammenspiel von Armen und Beinen, die zu einem Treffer auf der Trefferfläche des Gegners, die je nach Waffenart verschieden groß ist, führen soll. Als Waffen wären zu nennen der Degen, die für den Einsteiger wohl am besten geeignete Waffe, bei der der gesamte Körper die Trefferfläche ist, das Florett, bei dem nur der Rumpf ohne die Arme und den Kopf gültiger Trefferbereich ist, sowie der Säbel, dessen Trefferfläche den ganzen Oberkörper und den Kopf bedeckt. Ein weiterer Unterschied zwischen den Waffen ist die Art, wie der Treffer "gesetzt" werden muß: Während Florett und Degen sog. Stichwaffen sind, was bedeutet das der Fechter mit der Spitze seiner Waffe treffen muß (dabei muß ein Druck von mindestens 500g bzw. 750g ausgeübt werden), reicht beim Säbel der bloße Kontakt von Klinge mit Weste des Gegners. Doch nicht nur das Treffen ist wichtig, auch dem Verhindern von Treffern des Gegners kommt eine wichtige Funktion zu: Im Florett- und Säbelfechten muß sich ein Fechter zuerst das Angriffsrecht sichern. Das kann er zum einen, in dem er den Arm streckt und mit der Waffe auf den Gegner zeigt, oder indem er den gestreckten Arm und die Klinge des Gegners "beseitigt", die Klinge also zur Seite schlägt. Diese Aktion heißt Parade. Es reicht ein hörbarer Ton beim Aufeinanderschlagen der Klingen (damit der Obmann es auch mitbekommt) und das Angriffsrecht hat nun der Fechter, der den  Schlag auf die Klinge des Gegners ausgeführt hat. Doch wozu ist nun dieses Angriffsrecht gut? Wenn nur ein Fechter auf die gültige Trefferfläche des Gegners getroffen hat fällt die Entscheidung nicht schwer. Trifft jedoch ein Fechter auf eine ungültige Fläche,  sein Gegenüber aber auf gültige Trefferfläche, so muß entschieden werden, wer das Recht hatte, zu treffen. Hätte in unserem Fall der Fechter, der ungültig getroffen hat, das Angriffsrecht gehabt, wäre die Entscheidung zu seinen Gunsten als ungültiger Angriff gewertet worden und keiner der beiden hätte einen Treffer erhalten. Andersherum allerdings hätte der Gegner einen gültigen Angriff ausgeführt und somit einen Treffer gesetzt. Es ist also sehr wichtig, sich das Angriffsrecht zu sichern, denn auch wer als erster trifft, muß befürchten, keinen Treffer oder gar einen Gegentreffer zu erhalten wenn der Gegner auch innerhalb eines kurzen Zeitraumes danach noch gültig ODER ungültig trifft. Nun gibt es noch eine andere Situation zu erklären: Was passiert, wenn beide gleichzeitig angreifen, keiner pariert und beide gültig treffen ? In diesem Fall läßt sich das Trefferrecht nicht eindeutig feststellen und so wird diese Aktion als ein gleichzeitiger Angriff oder in der Fachsprache als Tempo gewertet und keiner der beiden Fechter erhält den Treffer. Es gibt keine Doppeltreffer in diesen Waffenarten.

Ganz anders beim Degen: Da wie oben beschrieben der ganze Körper die Trefferfläche bildet, gibt es keine ungültige Fläche, und somit kann es nur gültige Treffer geben. Der zweite große Unterschied zu Florett und Säbel ist, daß hier die Treffer "zählen wie sie kommen". Innerhalb einer gewissen Zeit nach dem Treffer eines Fechters ist es für den Anderen nicht mehr möglich noch einen Treffer zu setzten. Es kommt  also sehr auf Schnelligkeit und Geschick an. Ansonsten fällt das Angriffssystem vollkommen weg und es gilt der Grundsatz: Treffen ohne getroffen zu werden. Nur beim Degenfechten gibt es Doppeltreffer, allerdings kann das Gefecht nicht (mehr) mit einen Doppeltreffer beendet werden (damals wurde ein Gefecht, indem beide Fechter am Ende gleichviele Treffer hatten, z.B. 5:5 als Doppelniederlage bezeichnet; diese Regelung wurde allerdings so verändert, daß bei einem Gleichstand, bei dem jedem Fechter noch ein Punkt zum Sieg fehlt, der letzte Treffer so ausgefochten werden muß, daß es einen eindeutigen Sieger gibt). Diese Vereinfachungen gegenüber Florett und Säbel machen den Degen zur idealen Einstiegswaffe für Neulinge.

Wenn Sie also interessiert sein sollten, lassen Sie sich durch das anfangs etwas undurchschaubare Regelwerk des Fechtens nicht abschrecken  und versuchen Sie es doch einmal. Ein oder zwei Probestunden in einem Fechtverein können meistens ein sehr gutes Bild vom Training und vom Fechtsport vermitteln. Die Fechtabteilung der TG Würzburg würde sich natürlich freuen wenn Sie sich dort vom Training überzeugen und dann entscheiden ob es Ihnen Spaß machen würde, diesem Fechtverein beizutreten.